Geschichte

Der Fahrsimulator bei der VES-M in Halle S. Der ab 1967 in der Versuchs- und Entwicklungsstelle für die Maschinenwirtschaft (VES-M) in Halle an der

Saale gebaute Simulator wurde von 1969 bis 1986 zur Ausbildung von Diesellokführern (Baureihe 118) und E-Lokführern (Baureihe 211) bei der Deutschen Reichsbahn eingesetzt.


1988 wurde er nach Berlin-Marzahn umgesetzt in die damals neu erbaute Reichsbahn-Betriebsschule. Dort erfolgte seine technische Umrüstung für die Baureihen 476, 477 und 485 um Triebfahrzeugführer der Berliner S-Bahn ab 1989 daran auszubilden.


Der Simulator zeigte Anfangs Streckenaufnahmen über einen modifizierten 16mm-Schmalfilmprojektor im Führerstandsfenster an. Diese wurden von einem Messwagen der VES-M aus aufgenommen. Die Signalbegriffe wurden mittels eines kleinen Blechkastens mit Glühlampen, der über dem Führerstandsfenster angebracht war, angezeigt.


1990, ein Jahr nach dem Umzug nach Berlin, erteilte man der Firma Deutsche-System-Technik (DST) den Auftrag das Bildsystem zu modernisieren. Das hatte gute Gründe, denn die Schmalfilme rissen oft während der Fahrt, was den Unterricht störte. Hierzu wurden 1991 erneut Filme aufgenommen die dann mittels elektronischen Bildplattenspielern (LaserDiscs) abgespielt wurden. Ab 1992 wurde das neue System in Betrieb genommen. Mit einem Amiga3000 und einer Sun-Bildrechner wurden in das Streckenbild Signale und Mastschilder grafisch eingeblendet, sodass der anfangs verwendete Blechkasten wegfiel. Das System konnte nun Hl-, Sv-, Zs- und Ks-Signale anzeigen. Weiterhin war es möglich unterschiedliche Mastschilder einzublenden. Die Projektion in das Führerstandsfenster erfolgte nun mit einem Videobeamer.


Die fahrdynamischen Kräfte als wahrnehmbare Kabinenbewegung wurden schon von Anfang an in Abhängigkeit des Anfahrens und Beschleunigens generiert, was ein recht reales Fahrgefühl erzeugt. Ebenso die Motor-Roll-und Windgeräusche - sie wurden synthetisch erzeugt und über Lautsprecher eingespielt.


Mit Bestellung und Auslieferung der Baureihe 481 im Jahre 1996 wurde ein neuer Simulator im Ausbildungszentrum der S-Bahn errichtet. Somit wurde der Einsatz des alten Simulators überflüssig.

Im Jahr 1999 wird die gesamte Anlage dem Bahn-Sozialwerk Berlin überlassen, wo sich im Januar 2000 die BSW-Gruppe „Historischer S-Bahn-Fahrsimulator Berlin“ gründet, die der bestehenden BSW-Gruppe „Bahnstromanlagen S-Bahn Berlin“ untergeordnet wird.